Wärmedämmverbundsystem

Der Begriff Wärmedämmverbundsystem bezeichnet das außenseitige Dämmen eines Gebäudes. Dabei wird die gesamte Fassade mit Dämmmaterial versehen. Als Dämmstoffe werden folgende Materialien eingesetzt:

  • Mineralwolle (Glas- und Steinwolle)
  • Mineralschaum
  • Verschiedene Polystyrol-Schäume (PS, EPS, XPS)
  • Polyurethan-Hartschaum (PUR)
  • Holzfaser, Kork, Schilf und Hanf

Die Dämmplatten werden direkt mit der Fassade durch Tellerdübel verbunden und alternativ geklebt. Zum Einsatz kommen mineralische Kleber, die rundum auf der Dämmplatte angeordnet werden. Bei höheren Gebäuden müssen die Platten verdübelt werden. Es ist ebenfalls möglich, die Dämmplatten an einem Schienensystem zu befestigen, welches an der Wand befestigt wird.

Auf die Dämmung wird ein Textilglas-Armierungsgewebe in eine Spachtelmasse eingebettet. Darüber werden mineralische Putze, Kunststoffputz, Riemchen, Metall, Klinker, Holz oder keramische Beläge angeordnet.

Ein Wärmedämmverbundsystem verbessert neben der Wärmedämmung auch den Schallschutz. Mit speziellen Platten lassen sich weitere schalltechnische Verbesserungen erreichen. WDVS sparen Heizkosten und bieten einen perfekten Witterungsschutz, auch bei Schlagregen.

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Verarbeitung und Untergrundvorbereitung

Die Wärmedämmung wird bei Alt- und Neubauten eingesetzt. Der Untergrund muss eben, trocken, tragfähig sowie frei von Pilzen, Algen, Rankgewächsen, Ausblühungen, Sinterschichten oder Trennmitteln sein. Der Untergrund muss eben sein. Vorstehende Mörtelteile sind abzuschlagen. Insgesamt muss der Untergrund der DIN 18202 `Maßtoleranzen im Hochbau - Ebenheitstoleranzen für nicht flächenfertige Wände` entsprechen. Gibt es Unebenheiten, die den Toleranzen nicht entsprechen, ist die Fläche mit Putz zu egalisieren. Geringe Unebenheiten können mit der Kleberschicht ausgeglichen werden. Auch die Tragfähigkeit des Untergrundes ist zu prüfen. Nichttragfähige Beschichtungen und Putze müssen restlos entfernt werden. Verbleibt eine Beschichtung auf dem Untergrund, ist zu prüfen, ob diese sich mit dem Klebemörtel verträgt. Da Polystyrol Hartschaum von Lösemitteln angegriffen wird, darf nur lösemittelfreier Tiefgrund eingesetzt werden.

Im Spritzwasserbereich bis 30 cm sind besondere Maßnahmen der Abdichtung erforderlich. Der Untergrund, also Mauerwerk oder Beton, darf nicht zu stark durchfeuchtet sein. Dachrinnen, Fensterbänke oder Rollladenkästen müssen eingebaut sein. Während der Planung muss die Schichtdicke der Dämmung berücksichtigt werden. Vor allem bei Dachüberständen, Blendrahmen oder Fenstern. Werden Altbauten saniert, müssen Fensterbänke, Geländer, Klingeln oder Regenfallrohre entsprechend der Dämmmaterialdicke vorgezogen werden.

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Verarbeitung Klebeverfahren

Für den unteren Systemabschluss werden spezielle Sockelprofile eingesetzt. Diese Metallschienen werden mit Schlagschrauben im unteren Sockelbereich eingesetzt. Mit Unterlegscheiben können Unebenheiten bis zu einem gewissen Grad ausgeglichen werden. Im Spritzwasserbereich bis 30 cm über der Geländeoberkante werden spezielle Sockel- und Perimeterdämmplatten eingesetzt.

Hartschaumplatten werden mit Pulverkleber oder Klebe- und Armierungsmörtel auf dem Untergrund befestigt. Der Kleberauftrag erfolgt mit einer Randwulst bzw. Punkten in der Mitte oder maschinell in einer Schlangenlinienform. Wird der Kleber auf den Untergrund aufgetragen, müssen mindestens 60 % der Fläche mit Klebemörtel bedeckt sein. Je nach Anwendung und verwendetem Kleber kann auch ein vollflächiger Auftrag mit der Zahnkelle erfolgen. Klebebatzen sind ungeeignet.

Die Dämmplatten sind von unten nach oben im Verband fluchtrecht zu verkleben. Die Stöße der Platten sind dicht und kleberfrei zu stoßen. So wird ein kalter Außenluftstrom hinter und zwischen der Dämmung vermieden. Fugen bis 5mm sind mit PUR Füllschaum zu schließen. An Gebäudeecken müssen die Dämmplatten verzahnt werden. Kreuzfugen sind an Ecken und im Verband zu vermeiden. Vorstehende Plattenkanten und Unebenheiten sind mit einem Schleifbrett zu egalisieren.

Ist der Untergrund ausreichend tragfähig, kann auf eine Verdübelung verzichtet werden. Bei Untergrund mit zu wenig Abreißfestigkeit und hohem Winddruck sind die Platten zusätzlich zu verdübeln.

Wenn der Kleber ausgehärtet ist, kann mit der Ausbildung der Armierung begonnen werden. An Gebäudeecken und Laibungen werden zuerst Eckarmierungen gesetzt. Dazu verwendet man Gewebe- oder Alu-Eckschutzschienen. In Eckbereichen an den Öffnungen der Fassade werden Diagonal- und Inneneckarmierungen gesetzt. Um die Flächen zu armieren wird Armierungsmasse vollflächig auf die Dämmplatten aufgetragen. Das Glasseidengewebe wird blasen- und faltenfrei aufgelegt und mindestens 10 cm überlappt. Nass in feucht wird dann die zweite Lage Armierungsmasse aufgebracht.

Nach dem Trocknen der Armierungsschicht erfolgt eine Schlussbeschichtung mit Putz, Flachverblendern (Riemchen) oder keramischen Belägen.

Anschlüsse an Fenster und Türen werden mit speziellen Anschlussprofilen oder Dichtband hergestellt. Dehnungsfugen sind mit WDVS Dehnungsfugenprofilen und Dichtbändern auszubilden.

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Kombiniertes Klebe- und Dübelverfahren

Sind die Abreißfestigkeit der Untergründe zu gering oder die Windkräfte zu hoch, müssen die Dämmplatten zusätzlich verdübelt werden. Man unterscheidet verschiedene Systeme:

  • Nur verklebt
  • Verklebt und konstruktiv verdübelt
  • Verklebt und statisch relevant verdübelt

Versenkbare Spezialdübel sorgen dafür, dass Wärmebrücken minimiert werden und sich Dübelabzeichnungen reduzieren. Der Dübelteller wird dabei später mit artgleichem Dämmstoff abgedeckt. Bei einer konstruktiven Verdübelung werden 6 Dübel / qm angeordnet. Wird eine nicht ausreichende Abreißfestigkeit des Untergrundes festgestellt, werden die Dämmplatten verklebt und statisch relevant verdübelt. Dafür werden ebenfalls Spezialdübel eingesetzt. Die Anzahl pro qm wird exakt nach dem erwarteten maximalen Winddruck errechnet. Hat das Gebäude einen rechteckigen Grundriss und ist nicht höher als 25 m, kann ein einfaches Berechnungsverfahren angewandt werden. Für die Anordnung der Verdübelung gibt es je nach Anzahl der zu verwendenden Dübel spezielle Schemata.

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Verarbeitung Schienensystem

Bei diesem Verfahren werden die Dämmplatten mit WDVS Halteleisten an der Fassade befestigt. Der restliche Aufbau (Armierungsschicht, gewünschte Bekleidung) erfolgt wie bei dem oben genannten System.

Auch die Platten im Schienensystem werden mit einem Klebepunkt versehen. Dieser Punkt bedeckt ca. 20 % der Plattenfläche und unterstützt die Montage der einzelnen Platten. Auf dem Untergrund werden waagerechte Halte- und senkrechte Verbindungsleisten befestigt. Das Schienensystem gleicht Unebenheiten bis zu einem gewissen Grad aus. Die Dämmplatte wird mit ihrer Nut in den von der Wand abstehenden Schenkel der Halteleiste eingeschoben. Auf der Plattenrückseite ist ein Klebestrang aufzubringen, der alle Fugen und die Systemabschlüsse schließt. Platten an Türen- und Fensteranschlüssen werden mit Randwulst und Punktverklebt und zusätzlich verdübelt. Der Untergrund in diesen Bereichen muss für den Kleberauftrag vorbereitet werden.

Die Armierung und die Ausbildung von Anschluss- und Dehnungsfugen erfolgt wie in dem oben bereits beschriebenen Verfahren.

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(c) by Päffgen GmbH bzw. deren Autoren 2009, www.fassadenbau.de

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