Glasfassaden

Glas ist eines der ältesten Materialien, das der Mensch verwendet. Früher selten und teuer wurde das Material weiter entwickelt, bis die günstige Herstellung von Flachglas möglich war. Der harte aber spröde Werkstoff besteht aus Quarzsand, Kalk, Soda und verschiedenen Zuschlägen. Durch seine chemische Zusammensetzung ist Glas resistent gegen chemische Angriffe und nicht brennbar. Allerdings wird es bei 700 °C weich und lässt Hitzestrahlung im Brandfall fast vollständig durch.

Im Fassadenbau wird der Großteil der Einfach- und Mehrfachverglasung aus Floatglas hergestellt. Dieses hochwertige Spiegelglas kann in einer Größe bis ca. 3 x 6 m hergestellt werden. Metalloxide färben das Glas, wodurch die Übertragung der Wärmestrahlung in dahinter liegende Räume vermindert wird. Außerdem ist es möglich, einen Blendschutz zu erreichen.

Im Fassadenbau werden noch verschieden andere Gläser unterschieden. Beispielsweise Tafelglas, Antikglas, Gussglas, Drahtglas, Profilglas oder auch Hohlglassteine und Betongläser

Durch verschiedene Verfahren lassen sie die Eigenschaften und die Oberflächengestaltung von Glas im Bauwesen verändern. Eine Möglichkeit ist das Auftragen von Beschichtungen. Beim Emaillieren, beim Siebdruck oder bei der Bemalung werden verschiedene Produkte auf das Glas aufgebracht und später eingebrannt.

Um die Eigenschaften zu verändern, kann die Oberfläche von Glas behandelt werden. Durch chemische oder mechanische Verfahren lässt sich die Transparenz einer Scheibe verringern. Dabei werden Oberflächen in verschiedenen Abstufungen verätzt, wodurch eine glatte mattierte Fläche entsteht. Werden bestimmte Bereiche geschützt, kann man durch Ätzen Muster auf das Glas aufbringen. Durch Sandstrahlen wird die Oberfläche des Glases aufgeraut. Durch die grobe Struktur können sich z. B. Reinigungsmittel festsetzen. Das passiert beim Ätzen nicht.

Bei der Beschichtung unterscheidet man Online- und Offlineverfahren. Im Onlineverfahren werden Beschichtungsmaterialien aufgetragen, die sich dauerhaft mit der Glasoberfläche verbinden. Im Offlineverfahren werden die Gläser getaucht oder mit einem speziellen Vakuumverfahren beschichtet.

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Mehrlagige Verbundgläser

Zwischen den eigentlichen Glasscheiben werden Glasfolien oder ein Gießharz angeordnet. Durch diesen Verbund lassen sich die Eigenschaften der Scheiben an viele Anforderungen anpassen. Beim Verbundsicherheitsglas bleiben Scherben und Splitter an der zähen Zwischenschicht hängen, wenn es zum Bruch kommt. Wird zwischen den Scheiben bunte oder bedruckte Folien angeordnet, können günstig farbige Verbundgläser hergestellt werden.

Bei der Brandschutzverglasung kommen Folien mit Gelen zum Einsatz, die Wasser enthalten. Durch das Verdampfen des Wassers wird eine Schutzwirkung sichergestellt. Die Wärmestrahlung des Feuers wird damit verbraucht und lange Standzeiten im Brandfall werden sichergestellt.

Im Bereich der Schallschutzverglasung werden unterschiedliche Glasstärken eingesetzt. Durch das für den Schallschutz erforderliche, hohe Gewicht kommen besondere Rahmen und Beschläge zum Einsatz.

Thermotrope und elektrochrome Gläser werden durch verschiedene Verfahren getrübt. Durch zu hohe Temperaturen mischt sich bei thermotropen Gläsern ein zwei Komponentenmaterial zwischen den Glasscheiben und trübt die Sicht. Bei elektrochromen Gläsern wird eine Schicht mit Flüssigkristallen durch das Schalten einer elektrischen Spannung milchig weiß bzw. fast transparent.

Nicht zuletzt ist es möglich, Solarzellen zwischen zwei Glasscheiben anzuordnen.

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Konstruktion

Bei einer Glasfassade wird in der Regel ein Verglasungselement auf einer Unterkonstruktion angebracht. Zwischen den Scheiben werden Fugen angeordnet, die eine thermische Ausdehnung aufnehmen können. Weitere Möglichkeiten der Aufhängung sind Pressleisten, Punktlagerung, Punkthalterung mit Bohrung und eine geklebte Verglasung.

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Mehrschalige Gebäudehülle

Die einfachste Variante einer mehrschaligen Gebäudehülle sind Doppelfenster oder verglaste Loggien. Im Fassadenbau wird bspw. eine zweite Glasschale der Außenwand vorgelagert. Dazwischen entsteht ein neuer Temperaturbereich. In der als Doppelfassade bekannten Variante befindet sich vor oder hinter der eigentlichen Glasfassade eine zweite Ebene mit Verglasung. Man unterscheidet Zweite-Haut-Fassaden, Abluft- und Pufferfassaden. Andere bekannte Systeme sind z. B. das integrierte Glashaus (Atrium) oder das Haus-in-Haus Prinzip, bei dem eine Glashaut das Gebäude vollständig umschließt.

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