Fassadenbau
Allgemeine Informationen
Die Außenwand eines Hauses erfüllt gestalterische und funktionale Zwecke. Nachdem der Mensch die Höhlen verlassen hatten, wurden Wände und Überdachungen gebaut. Eine Außenwand trägt Bauteile, dient dem Witterungsschutz und bestimmt das Raumklima. Die Fassade ist das `Gesicht` eines Hauses. Verschiedenste Materialien werden je nach der gewünschten Nutzung, der Beanspruchung, der Optik und dem möglichen Preis eingesetzt. Vorschriften und konstruktive Möglichkeiten sind zu beachten und mit den Wünschen von Bauherr und Architekt in Einklang zu bringen. Letztendlich zeigt die Fassade eines Gebäudes auch die technischen Möglichkeiten ihrer Zeit und steht als Stück Kultur einer Region.
Weitere Informationen zu Fassaden: www.fassadensanierung.de und www.fassadenbegrünung.de
Aufgaben der Fassade
Eine Fassade ist vielen Beanspruchungen ausgesetzt. Je nach Lage muss sie Sonnenstrahlung, hohe Temperaturunterschiede, Luftfeuchtigkeit, Niederschlägen und Wind widerstehen. Das gesamte Außenklima unterliegt starken Schwankungen. Dem gegenüber soll im Innenbereich ein möglichst gleich bleibendes Raumklima bei behaglicher Temperatur herrschen. Zudem erfolgt der Luftaustausch auch durch die Fassade.
Zugleich schützen Außenwand und Fassade vor Schall, Staubbelastungen und in Sonderfällen sogar vor elektromagnetischer Strahlung oder toxischen Belastungen. Zugleich stellt die Fassade eine Sichtbeziehung zur Umwelt her und sorgt für ausreichend Licht im Innenraum.
Als ergänzende Maßnahmen gibt es Fotovoltaikanlagen, Kollektoren, Tageslichtlenkung und Elemente, die vor Wärme und Sonne schützen,
Die Fassade bildet die Trennung die zwischen Innen- und Außenraumklima. Im Prinzip unterscheidet man verschiedene Konstruktionselemente.
- Belüftung
Geschlossen, teils durchlässig, offen. Eine offene Variante kann nötig sein, um Wärme, Wasserdampf oder Gase abzuführen.
- Licht
Opak, transluzent, (semi)transparent, offen. Tageslicht ist in der Regel gewünscht, um eine angenehme Raumatmosphäre zu schaffen. Viel Licht führt auch zu einer hohen Wärmeeinstrahlung.
- Energie
Keine Maßnahmen, Wärme und Strom. Technische Einrichtungen wie eine Fotovoltaikanlage gewinnen Energie für das Gebäude.
- Veränderbarkeit
Nicht veränderbar, mechanisch, physikalisch, chemisch. Lamellen oder Klappläden lassen sich mechanisch öffnen und schließen. Elektro-, thermo- oder fotosensitive Prozesse steuern die Lichtdurchlässigkeit auf physikalische oder chemische Weise.
- Trageigenschaften
Nicht tragend oder tragend. Fassaden können Aufgaben eines Tragwerkes haben und für die Standsicherheit eines Gebäudes sorgen. Nicht tragende Fassaden übernehmen solche Aufgaben nicht.
- Schichten
Ein- oder mehrschichtig. Der Fassadenaufbau kann aus mehreren Schichten bestehen, die aus unterschiedlichen Materialien bestehen und verschiedene Aufgaben haben. Die Schichtdicke variiert dabei von dünnsten Beschichtungen auf Glasflächen bis hin zu Luftschichten, die mehrere Meter stark sein können.
- Lüftung
Nicht hinterlüftet, hinterlüftet. Hinterlüftete Fassaden sind in der Regel mehrschalig. Durch die Luftschichten können Wärme oder Kondensat abgeführt werden.
- Grad der Vorfertigung
Niedrig oder hoch. Je nach Konstruktion werden die Größe und Art der Fassadenelemente und die Möglichkeit der Demontage durch die Vorfertigung bestimmt.
Manipulatoren
Manipulatoren tragen zum Austausch von Luft, Licht, Wärme und Feuchte bei. Dazu zählen Fenster und Türen ebenso Fensterläden, Schiebeelemente, Raffrollos u.v.m. Man unterscheidet Manipulatoren nach der Beweglichkeit, der Unterteilung der Elemente (ein- oder mehrteilig) und nach der Durchlässigkeit.
Lastabtrag
Man unterscheidet Fassaden als tragende Außenwände und nicht tragende, vorgehängte Fassaden. Muss die Fassade Last abtragen, kommen Eigenlast und Sonderlasten von Anbauteilen, welche an das Tragwerk des Gebäudes abgegeben werden, hinzu. Wenn es sich um eine tragende Fassade handelt, sorgt sie auch für die Standsicherheit des Gebäudes.
Je nach Beanspruchung aus Eigenlasten, Sonderlasten, Verkehrslasten und Horizontallasten (Wind- und Sogkräfte) wird das Tragwerk entworfen und geplant.
Man unterscheidet hängende und stehende Fassaden. Im Falle einer stehenden Fassade werden die flächigen Bauteile auf Zug, Druck, Biegung und Knicken beansprucht. Die Gefahr von Unfällen besteht, da ein stehendes Teil weniger stabil ist als ein hängendes. Häufiger werden hängende Verfahren beim Fassadenbau eingesetzt. Dabei wird das Fassadenteil eingehängt und die Last zum Beispiel über die Decken des Gebäudes abgetragen. Die Eigenlast des Fassadenelements belastet die Deckenplatte dann mit Zugkraft.
Durchlässigkeit von Fassaden
Zentrale Elemente einer Fassade sind ihre Öffnungen. Die Lage und Form von Fenstern bestimmt den Lichteinfall, den Sichtbezug nach draußen und meist auch die Lüftung. Licht und Sicht variieren stark, je nachdem, ob Öffnungen im Oberlicht-, Brüstungs- oder Sockelbereich eines Raumes angeordnet sind. Der Austausch von verbrauchter Luft gegen frische erfolgt in großen Gebäuden meist durch eine raumlufttechnische Anlage. Eine natürliche Lüftung kann durch zu öffnende Fenster erfolgen. Dafür muss die Durchlässigkeit einer Fassade veränderbar sein.
Durch Fenster wird die Hülle des Gebäudes geöffnet oder geschlossen. Fenster unterscheiden sich in ihrem Material, der Bewegungs- und Öffnungsart und ihrer Konstruktion. Die Möglichkeiten sind vielfältig. Es gibt Schiebe-, Ausstell-, Dreh-, Wende-, Kipp-, Klapp- und Schwingfenster und Kombinationsmöglichkeiten. Die Eignung für Reinigung, Lüftungsmöglichkeiten, Einstellung der Öffnung und den Durchblick hängen von der Bauart der Fenster ab.
Starre Elemente, z. B. vollständige Fassadenabdeckungen, gerasterte oder lamellenartige Strukturen oder auskragende Elemente können als Verschattung dienen. Lamellen werden je nach Himmelsrichtung in verschiedenen Neigungen angebracht. Eine Sicht nach draußen bleibt möglich.
(c) by Päffgen GmbH bzw. deren Autoren 2009, www.fassadenbau.de
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